Biografie

Andrea R. Tomitsch

wurde am 20. März 1957  in Leoben geboren.

Sie absolvierte ihre erste künstlerische Ausbildung von 1972 bis 1977 an der HTL Kunst Graz (KGW – die jetzige Ortweinschule), Abteilung Bildhauerei bei Josef Pillhofer und Malerei bei Adolf Osterider.

Wer in den 1970er Jahren die Bildhauerei bei Josef Pillhofer besucht hat, der verlässt die Schule orientiert an der klassischen Moderne, also vertraut mit gestalthafter Tektonik (Wotruba: Mensch als trotzige Ruine), Volumen (Laurens: äußerste Spannung der Form), Verwandlung (Picasso: Matchboxauto als Pavianschnauze), Generalbass eines Formenensembles („Balzac“ von Rodin, Brancusis Tiere, Henry Moore …). Auffächerung von Formen im Raum, kurzum: „Kein Spatz fällt einem vom Ast“, ohne dass man ihn nicht kompositorisch erlösen könnte. Um es in ein Bild zu fassen: Bei einer guten Skulptur verhalten sich alle Teile zueinander wie die Reime in einem Gedicht, sind also stringent aufeinander bezogen, sofern man nicht gerade ein Gegenteiliges zu seinem Thema gemacht hat, denn jegliches künstlerisches Vorhaben sollte möglichst exemplifiziert zugespitzt werden.

Man ist also gerüstet für einen Anspruch ästhetischer Dauerhaftigkeit und kommt nun in eine Welt, in der alles in widersprüchliche Bewegung geraten scheint. Vor allem politisch-gesellschaftlich, was ja auch kollateral die Kunst verwirbelt. Der Ausdruck der Zeit ist experimentell und aktionistisch. Die klassische Moderne ist zwar nicht ganz verschwunden, sondern durchaus integriert aber eben vertreten von der Kriegsgeneration.
Wer jetzt also, Ende der 1970er Jahre, die KGW-Schule verlässt, muss sein Repertoire erweitern und braucht einen langen Atem. Über beides verfügt Andrea R. Tomitsch.

Sie beschäftigt sich nun mit der abstrahierenden Malerei, also wirkliches Abstrahere einer augenscheinlichen Wirklichkeit oder Verdichtung einer emotionell atmosphärischen Wahrnehmung. Diese abstrahierende Malerei war für Andrea R. Tomitsch natürlich auch eine Befreiung von der Dominanz des Formalen der tektonischen Bildhauerei, wo sich die Persönlichkeit fast einzig auf die Wahl und Entwicklung einer Raumkonzeption, der Klärung der Form und auf den Erhalt der Arbeitsgänge beschränkt. In der Malerei von Andrea R. Tomitsch gibt es nun verstärkt gebrochene Farben und auch der Duktus orientiert sich an der Arbeitsbewegung, der Handschrift, nicht wie in der Bildhauerei, wo man unter Duktus in der Hauptsache die Abwandlung einer Grundform versteht. Doch die Farbvolumina bleiben bildhauerisch gewichtet.

1985 gründet sie mit Rewo und Santoni Niessl die Künstlergruppe LeobArt, veranstaltet und besucht Symposien und zeigt ihre Arbeiten in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und Österreich.

Fotografie und Video
Bald erweitert sie ihre künstlerischen Ausdrucksformen um Fotografie und Video. Es entsteht ein Gesamtkonzept: Objekte – Foto – Video mit Titel „Wie ein Phönix aus der Asche“. Präsentiert 1990 in einer Personalausstellung im Neuen Rathaus Leoben,  in der United Art Gallery in Wien und im Dungl- Zentrum in Gars am Kamp.

Es folgen Preise wie:

  • Ankaufspreis der „Kleinen Galerie“ in Wien.
  • Preis der Kammer der gewerblichen Wirtschaft beim 23. Österreichischen Graphikwettbewerb (Grafik und Video).
  • Preis der internationalen Film- und Videofesttage in Krems.
  • Sonderpreis für den besten Experimentalfilm („Im Focus“),
  • 1995 Computergrafik und Videofilm zum Thema „Frauen imaginieren Gott“ (Kulturzentrum Minoriten).

Gleichzeitig und neben zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland studiert Andrea R. Tomitsch Psychologie in Graz, bekommt zwei Söhne, macht das Diplom zur Mediendesignerin, eine klassische Gesangsausbildung und Jazzgesang (bei Luisa Celentano und Jay Clayton.), außerdem entstehen Zeichentrickanimationen z. B. für das Musikvideo „Falling From Grace“ (Regie: Erwin Leder) und sie gründet die Musikgruppe „ReAl ART“ und das „ART unlimited project“…

Abstraktion – anschauliche Wirklichkeit – psychologische Situation
Seit 2013 aber ist Andrea R. Tomitsch in ihrer Malerei wieder verstärkt zur anschaulichen Wirklichkeit zurückgekehrt, und der Grund ist leicht nachvollziehbar. Denn der abstrakten Malerei nähert sich der naive Betrachter meist wie einem Rohrschachtest und will in das Bild nun eine eigene Rätsellösung hinein urgieren. Und was da oft ganz aufgekratzt „gesehen“ wird, köpfelt meist an der künstlerischen Intention vorbei. Ein gutes abstraktes Bild aber soll ein lebensfähiges, weil vollständig innerhalb bildnerischer Formengesetze, vorbegriffliches Ganzes schaffen, das auch die eigene Gestalt des Malers integriert. Vorbegrifflich meint, dass sich die Gestalt eben nicht in einen vertrauten Begriff auflösen lässt. Und die eigene Gestalt ist quasi das individuelle, formale Grundrepertoire, das einem immer in die Handschrift fällt.

Andrea R. Tomitschs Rückkehr zur augenscheinlichen Wirklichkeit, im konkreten Fall Porträtgesichter, schafft nun eine ganz andere Kommunikationsbasis mit dem Betrachter. Auf den Porträts von Andrea R. Tomitsch sind alle Personen sofort erkennbar, das aber ist nicht ihr eigentliches Ziel, sondern sie möchte dazu auch noch die Person in ihrer charakteristischen Augenblicklichkeit zeigen.

Aber auch noch ein dritter Zugang ist in den neuesten Arbeiten von Andrea R. Tomitsch präsent, nämlich bei Bildern, die eine psychologisch aufgeladene Situation zeigen, meist in einer Dreierkonstellation. Dabei sind die Figuren wieder stark reduziert, um deren Verhältnisse exemplarisch zugespitzt festzulegen.

Ausstellungen, Ausstellungsbeteiligungen und Symposien
2017 – Ateliergalerie ART, “60 Jahre A.R.T.“ Künstlerfest, Leoben
2017 – Atelier ART, Workshop zu „SEE THE BIG PICTURE“ mit ARTomitsch, Jojo und Behrouz Mohammadi , Leoben
2016 – Ateliergalerie ART,“ Kunstgespräch in kleinem Rahmen“, Leoben
2014 – Ausstellungsraum Foyer Neues Rathaus, „Faces-Gesichter erzählen Geschichten“, Leoben
2013  – Russian-Austrian Art Center „Leopard Art Room“,  „Vernissage Weihnachtsengel“, Wien
2013 – Ateliergalerie ART,“ Kunstfest/Ausstellung“, Leoben
2012 – Raiffeisenhof, „Auf Eis gelegt“ Austritt aus dem VBK Steiermark, Graz
2012 – Ateliergalerie ART, „Menschenbilder“ 40 Jahre ARTomitsch, Leoben
2011 – Steirisches Feuerwehrmuseum, „Brandneu“ VBK Steiermark, Groß St. Florian
2011 – Pietät-Begegnungsraum, „indistinct recollection“ Malerei und Fotografie, Leoben
2011  – Ateliergalerie ART, „Dezemberbilder“, Leoben
2010  – Lurgrotte, „Wasser-Fest“ Ausstellung VBK Steiermark, Semriach
2010  – Künstlerhaus, „Zeit- und Werkzeugen“ Jahresausstellung VBK Steiermark, Graz
2009 – Ateliergalerie ART, „Digitale Fotografie und Fotomontage“, Leoben
2009  – Künstlerhaus, „Küchenstücke“  Jahresausstellung VBK Steiermark, Graz
2008  – Künstlerhaus, „Bewegung“ Jahresausstellung VBK Steiermark, Graz
2008  – Mitglied der „Vereinigung bildender Künstler Steiermark“, Graz
2006  – Volksbank, „Bindung-Ver-Bindung“,  Musik „ART unlimetid project“ ART mit Willi Ganster, Leoben
2006  – House of Okemah, „ART unlimetid projekt“ Ausstellung & Konzert (ART, Willi Ganster und Derry Grey)
2004  – Kunstraum U.Breidenbach, „Kommunikation – Interpretation“  Musik „ReAL ART“, Leoben
2004  – Gründung der Musikgruppen „ReAL ART“ und „ART unlimetid project“, Leoben
2001  – Diplom für Mediendesign, Ausstellung der Diplomarbeiten, WIFI, Graz
2000  – Vinum am Schwammerlturm, Turmausstellung „Reporting Back“, Leoben
1999  – F-Studio Andreas Schlager, Oberaich
1999 – Praxis Lackner „Sonderausstellung“ Jazzgesang begleitet von Ewald Oberleitner und Peter Josel, Leoben
1998  – Gösser- Sparkassenräume „Leoben im Wandel“, Mischtechnik & Collagen, Leoben
1996  – Gesangsausbildung bei Luisa Celentano /Jay Clayton, Musikhochschule/Jazz (a.H.), Graz
1996  – Beginn des Studiums der Psychologie, Graz
1996  – Ausstellung „Menschenrechte“, gemeinsam mit Amnesty International, Graz
1995  – Kulturzentrum bei den Minoriten „Ja, sie ist schwarz-Frauen imaginieren Gott“ , Graz
1994  – Künstlerhaus Bregenz „Der Lauf der Dinge“, Bregenz
1994  – Minoriten-Galerien „Drei Leobner“ mit REWO und E. Baumgartner, Graz
1994  – Eröffnung der LeobART- Artothek (Ausstellung und Bilderverleih), Leoben
1994  – Doku Graz, Matinee „Der Lauf der Dinge“,“ Im Focus“,  Video und grafische Blätter, Graz
1993 – Jazzclub Broadway, „Der Lauf der Dinge“, Bass Performance (E. Oberleitner), Leoben
1993  – Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum , Innsbruck
1993  – Südtiroler Kulturinstitut Waltherhaus, Bozen
1993  – Städtische Galerie, Lienz
1991  – United Art Gallery, Wien
1991  – Theatercafe „Raum für die Kunst“ , Präsentation „In den Spuren des Prometheus“, Leoben
1991  – Schönowitz-Saal/Sparkasse, Verein für Literatur & Kunst „Im Focus“, Leoben
1991  – Dungl Zentrum, Gars am Kamp
1991  – Ausstellungszentrum Neues Rathaus „Bildende Kunst der Gegenwart“, Leoben
1990  – Kunstausstellung, 150 Jahre Montanuniversität, Leoben
1990  – Galerie Fibich, „Malerei, Grafik & Objekte“ , Bruck /Mur
1990  – Ausstellungsraum – Dr. Peter Chiba „10 Jahre Kunstzeitschrift Vernissage“, Wien
1990  – Accept „Kunst und Wirtschaft“, Wien
1989  – Kleine Galerie Kurt Nemetz „Stadtturm Judenburg“ Judenburg
1989  – Kastenhaus „Künstler an der Eisenstraße“  Vordernberg
1989 – Siebdruck-Symposion mit Klaus Krobath, Georg Brandner, Rewo und Santoni, Lassnitzhöhe
1989 – Galerie-Cafe Neugebauer, Leoben
1989  – Galerie K „Variationen einer Umgestaltung“ , Kindberg
1989  – Ausstellungszentrum Neues Rathaus, Leoben
1988  – Kleine Galerie „Kunst gegen die Gewalt heute“, Ankaufspreis,  Wien
1988  – Galerie-Cafe am Lindenplatz, Kapfenberg
1988 – Künstler-Symposion, Rosenheim / BRD
1988  – Galerie-Cafe „ Wolfi’s Büro“ „Ich male die Ruhe“, Trofaiach
1988  – Galerie im Schalterraum, Knittelfeld
1988  – Ausstellungszentrum Neues Rathaus, Leoben
1988  – 3. Nürnberger Kunstmesse, Nürnberg / BRD
1987  – Kleine Galerie, Judenburg
1987  – Galerie Payer, LeobART und Freunde, Leoben
1987  – Galerie Freller, „Personale“, Trofaiach
1987  – 1. Obersteirische Kulturtage, Galerie Payer, Leoben
1987  – 1. Atelierausstellung , Ateliergalerie Tomitsch, Leoben
1986  – Symposion LeobART zum Thema „Aktion- Installation-Video“ Atelier Tomitsch, Leoben
1986  – Stockschloß „Ausstellung LeobART“, Trofaiach
1986  – Galerie Payer „Kunst und Kunsthandwerk“, Leoben
1986  – Galerie Payer „Aktion- Installation-Video“ mit LeobART, Leoben
1986  – Galerie Moser, Graz
1986 – 3. St. Lamprechter Künstlerbegegnung, Ausstellung und Straßenmalaktion, St. Lamprecht
1985  – Symposion ( LeobART) zum Thema „Ausbruch“ Atelier Santoni, Lassnitzhöhe
1985  – Kultursaal Vordernberg,  „LeobART stellt sich vor“,  Vordernberg
1985  – Jazzsaloon-Ausstellungsraum, Graz
1985  – Gründung der Künstlergruppe LeobART mit REWO, Santoni und E. Baumgartner
1985  – Großer Kassensaal  „Grafik u. Druckgrafik österreichischer Künstler“ (mit Elfriede Ott), Leoben
1985  – Cafe-Galerie , Citykaufhaus, Leoben
1985  – Ausstellungszentrum Neues Rathaus „Leobner Künstler stellen aus“, Leoben
1985  – Ausstellungssaal-Sparkasse, Leoben
1985  – 2. Nürnberger Kunstmesse, Nürnberg  BRD
1984  – Wettbewerbsausstellung Montanuniversität, Leoben
1984  – ÖMS Ausstellungszentrum, Salzburg
1984  – Galerie Odysseus, Graz
1983  – Ausstellungszentrum Neues Rathaus „Leobner Künstler stellen aus“, Leoben
1978  – Extempore-Wettbewerbsaustellung , Klagenfurt

Mehrere Ankaufspreise und Werke im öffentlichen Raum (Graz, Leoben, Innsbruck, Wien…) und im Ausland (Dallas, Kapstadt, Sao Paulo, Berlin…)